Schleswig-Holstein lockert als erstes Bundesland in Deutschland die Regelungen im Glücksspiel.

Während alle deutschen Bundesländer an dem Glücksspielmonopol festhalten, geht Schleswig-Holstein nun einen ganz neuen Weg:
In Deutschland ist ja die Regelung des Glücksspielgesetzes Ländersache - so hat nun Schleswig-Holstein als einziges Bundesland beschlossen, den Markt für private Glücksspielanbieter zu öffnen.
Ab 2012 wird es privaten Sportwetten-, Casino- und Pokeranbietern möglich sein, sich in Schleswig-Holstein niederzulassen und dort eine fünfjährige Lizenz zu erhalten.

Die Anbieter verpflichten sich dem Spielerschutz und haben 20 Prozent ihrer Einnahmen an das Bundesland abzutreten.
Durch das deutsche Glücksspielmonopol wurden private Anbieter bisher ins Ausland vertrieben und konnten so nicht kontrolliert werden. Durch den Weg Schleswig-Holsteins wird dieser Markt nun unter staatliche Kontrolle gebracht. Somit wird erstmals ein richtiger Spielerschutz und Suchtprävention möglich.
Die Einnahmen werden für das Bundesland dadurch ausserdem auf eine halbe Milliarde Euro jährlich geschätzt.

Dieses Gesetz entspricht zudem voll und ganz den EU Richtlinien. Wie wir finden, ist Schleswig-Holstein hier einen sehr vernünftigen Weg gegangen. Der Glücksspielstaatsvertrag von 2008 wurde ja unter dem Deckmäntelchen der Suchtprävention verabschiedet, ist aber von vorne bis hinten unausgereift und wurde ja schliesslich von der EU abgelehnt.

Wie sich alles in Zukunft weiterentwickeln wird, wird man sehen. Wir hoffen natürlich, dass Schleswig-Holstein das erste Bundesland sein wird, dessen Entscheidung auch bundesweit zu einer positiven Wende in der Regulierung des Glücksspielmarkts führt.
Falls aber bei der nächsten Wahl die jetzige Opposition die Regierung übernimmt, besteht die Möglichkeit, dass das Gesetz wieder rückgängig gemacht werden würde, wobei zu erwähnen ist, dass alle anderen Gesetzesvorschläge von der EU bisher abgelehnt wurden.

Wir werden weiter berichten.




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